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Stellungnahme des Bezirksvorstands zum Antrag

„Ächtung der Tradition islamischer Selbstmord-Anschläge als schwerer Verstoß gegen Kinderrechte | Stand 3. Februar 2013“

– gestellt auf Bezirkskonferenz März 2013 vom OV Darmstadt –

Der Bezirksvorstand hat sich mit dem o.g. Antrag des OV Darmstadt intensiv auseinandergesetzt und beraten. Der Bezirksvorstand kommt mit dieser Stellungnahme dem Wunsch des*der Antragsteller*in nach.

Der Bezirksvorstand begrüßt den Anstoß des OV Darmstadt sich thematischen mit Kindersoldaten und dem Nahost Konflikt zu befassen und Kinderechte zu verteidigen. Der Antrag ist sehr breit in seiner Begründung aufgestellt und weist durch die angestrebte Verknüpfung verschiedenster Begründungsstränge eine besondere Stärke auf. Sich für Kinderrechte stark machen, ist ein Kernziel der SJD – Die Falken und dauerhaftes Bildungsthema. Wir begrüßen daher das Ziel des Antrags, sich auch politisch zu internationalen Konflikten, in denen Kinderrechte bedroht werden, zu positionieren, sehen aber in diesem konkreten Fall, bzw. Antrag jedoch tiefgreifende Probleme, die eine politische Positionierung des Bezirks Hessen-Süd aufgrund des Antrags nicht zu lassen. Der Antrag fordert die Einstufung der Organisationen Bassidschi, Pasdaran und Hisbollah und ihre Zweigorganisationen in der BRD als terroristisch durch die Bundesregierung und nationale und internationale Gremien. In der Begründung dieses Antrags wird leider nur teilweise bis gar nicht auf den eigentlichen Antrag eingegangen. Die Begründung weißt leider einen eklektizistischen Charakter auf und lässt eine stringente und differenzierte Begründung vermissen. Dies hat zur Folge, dass das Ziel, den Antrag zu begründen aus dem Fokus der Antragsteller*in gerät und sich dabei sprunghaft verschiedener Thematiken widmet. Diese Thematiken werden dabei leider – nach Einschätzung und intensiver Beratung des Vorstandes – angesichts der Komplexität und Brisanz nur unzureichend bis verkürzend erörtert.

Der Antrag kann nach Einschätzung des Vorstandes so nicht beschlossen werden. Voraussetzung für diesen sind folgende Punkte, die der Vorstand in der zukünftigen (Bildungs-)Arbeit im Bezirk berücksichtigt und forciert: Bildungsangebote zu den Themenkomplexen zu schaffen:

-         Was ist Völkerrecht?  / Was ist Terrorismus?

-         Was ist Aufklärung / Kritik der Aufklärung?

-         Was ist Rassismus?

-         Was ist Islamfeindlichkeit?

-         Was ist ideologiekritische / ideologietheoretische Bildungsarbeit?

Konkret bedeutet dies, dass der Bezirk Anfang 2015 ein Seminar zum Thema „Geschichte des Rassismus“ insbesondere im 18. Jahrhundert mit einer*einem Wissenschaftshistoriker*in der Goethe-Universität veranstalten wird. Weiterhin ist Anfang 2015 eine Veranstaltung zur Haitianischen Revolution 1791-1804 geplant, die eine postkoloniale und rassismuskritische Perspektive auf „die Aufklärung“ und „ihre“ Werte richtet. Weitere Veranstaltungen, die inhaltlich mit den im Antrag aufgezeigten Themen korrespondieren werden angestrebt.

Das Ziel hierbei ist es zum einen die Mitglieder*innen der SJD – Die Falken Hessen-Süd dazu befähigen sich zum Antrag des OV Darmstadt inhaltlich positionieren und auch über diesen entscheiden zu können. Neben diesem funktionalen Ziel, ist es das fundamentale Ziel der Falken kritische Bildungsarbeit zu machen, um weiter an der Idee einer befreiten Gesellschaft zu arbeiten; dies bedarf jedoch einer ideologiekritischen und -theoretischen Bildungsarbeit, welche die gesellschaftlichen Strukturen analysiert und nicht (re-)produziert und somit auch überwindet.

 

 

 
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